Die Deutschen sehen die EU plötzlich deutlich positiver [Die Welt]

Die Deutschen sehen die EU plötzlich deutlich positiver [Die Welt]

Ein Jahr nach dem Brexit ist die Zustimmung zur EU deutlich gestiegen. Das zeigt eine Umfrage in acht wichtigen europäischen Ländern. Auch die Bewertung der Flüchtlingskrise änderte sich deutlich.

Kommentar: Die Beurteilung der EU hat sich in vielen Mitgliedsstaaten deutlich verbessert. Die aktuelle Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt dabei einen Trend, den wir so ähnlich bei den regelmäßigen Umfragen der EU finden.

Es zeigt sich, dass besonders die Deutschen eine hohe Meinung vom Nutzen der EU haben. Mit 64% sehen mehr als in jedem anderen untersuchten Land die Deutschen ihr eigenes Land als Gewinner der EU. Gegenüber 2015 ist dieser Wert um 30 Prozent angestiegen und hat sich somit fast verdoppelt. Sogar 79% wollen nach dem Brexit eine verstärkte europäische Zusammenarbeit. Beide Werte sind die jeweils höchsten der untersuchten Länder. Den Brexit sehen nur 41 der Deutschen negativ. 40% erwarten keine negativen Auswirkungen und zwölf Prozent erwarten sogar positive Auswirkungen vom Brexit. Weiterhin assoziiert eine Mehrheit der Deutschen die EU mit steigendem Wohlstand. Sogar die gemeinsame Währung Euro findet in Deutschland gewaltigen Rückhalt. 68% empfinden den Euro als sicher und nur 24% sehen den Euro als unsichere Währung.

Eine solch hohe Zustimmung in Deutschland war noch vor wenigen Jahren undenkbar. Die Deutschen sehen sich als die Profiteure von EU und Euro und haben großes Vertrauen in beide Institutionen. Die Voraussetzungen für eine umfangreiche zentralistische EU-Reform sind aktuell so gut wie vielleicht nie zuvor. Vor kurzem haben wichtige EU-Vertreter im Scherz vorgeschlagen, Donald Trump und Theresa May den Karlspreis für ihren Beitrag zur europäischen Integration zu verleihen. Es wäre verdient.

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