Dollarkurs, Konjunktur und Reformen

Dollarkurs, Konjunktur und Reformen

Die EU ist auf eine hohe Zustimmung der Bevölkerung zur EU angewiesen, um ihre Reformen durchzusetzen. Die aktuelle Lage erscheint insbesondere durch folgende Faktoren günstig:

  • Die Menschen haben durch die politischen Fehler von Theresa May und Donald Trump Angst davor, „Populisten“ zu unterstützen
  • Die europäische Konjunktur erholt sich durch zunehmende Nachfrage aus den Schwellenländern
  • Mit Macron wurde ein „pro-europäischer“ Hoffnungsträger zum französischen Präsidenten gewählt

Die Lage kann aber auch schnell wieder kippen. Ein für viele überraschender Faktor ist der schnell ansteigende Eurokurs:

Seit dem Tief Anfang 2017 hat der Eurokurs gegenüber dem Dollar um rund 14 Cent zugelegt. In den Medien wird diese Entwicklung der Enttäuschung der Märkte über die dysfunktionale Trump-Administration zugeschrieben. Für Trump könnte diese Entwicklung durchaus nützlich sein. Er hat sich im Wahlkampf oft über die großen Leistungsbilanzüberschüsse wichtiger Handelspartner beklagt. Durch eine sinkenden Dollarkurs wird die Exportwirtschaft der USA jetzt entlastet. Während Deutschland mit etwas rückläufigen Exporten in die USA vermutlich gut leben kann, dürfte Südeuropa bei einem weiter steigenden Euro bald in Schwierigkeiten kommen. Eine baldige Anhebung der europäischen Leitzinsen, die den Euro weiter stärken könnte, wird so unwahrscheinlicher. Ob der steigende Dollar die konjunkturelle Entwicklung, dadurch bedingt die Zustimmung zur EU und in der Folge die Akzeptanz von zentralistischen Reformen beeinflussen wird, ist noch unklar. Bei einer fortlaufenden Entwicklung besteht die Möglichkeit durchaus.

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