H.W. Sinn zu Italien und zu Macron im [Focus]

H.W. Sinn zu Italien und zu Macron im [Focus]

Kommentar: In einer Serie von Artikeln im Focus äußert sich Hans Werner Sinn zur Lage der Euro-Zone. Zunächst nimmt er die Situation in Italien unter die Lupe. Das Land habe „in den vergangenen Jahren keine messbaren Anstrengungen unternommen, wieder wettbewerbsfähig zu werden“. Sinn sieht deshalb für den Verbelib Italiens in der Eurozone keine Perspektive.

In einem zweiten Artikel warnt Sinn vor den Ideen des neuen französischen Präsidenten Macron, die Euro-Zone zu stabilisieren. Die sogenannte Fiskalunion sei nichts weiter als eine „Transfer- und Schuldenunion“. Sinn erwartet, dass die deutsche Politik nachgeben und Macron die Hälfte seiner Wünsche erfüllen werde. Für Deutschland stünden Haftungsübernahmen für bis zu 3,69 Billionen Euro im Raum.

Sehr kritisch äußert sich Sinn auch zur aktuellen Brexit-Debatte. Die EU habe in den letzten Jahren Entscheidungen zu Gunsten einiger Länder getroffen, die andere benachteiligen, und sei deshalb am Brexit selbst schuld. Jetzt wolle die EU an Großbritannien ein Exempel statuieren, um mögliche Nachahmer abzuschrecken. Dies sei der falsche Weg. Die EU müsse allen Teilnehmern Vorteile bringen und deshalb sei Freiwilligkeit die wichtigste Basis für den Zusammenhalt dieses Bündnisses. Wer über Zwangsmaßnahmen die EU zusammenhalten wolle, riskiere ein ähnliches Ergebnis wie einst die Sovietunion.

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